Mit System füttern bedeutet nicht nur eine Tagesration, sondern die Rationen eines Jahres systematisch zu erstellen.
Ständiger Wechsel in der Fütterung bedeutet jedes Mal Stress für Ihr Pferd. Der Futterwechsel wird in der Regel entsprechend einer Veränderung in der Haltung (Weide, Stall oder nach Krankheit) oder dem Tagesablauf (Training oder Turnier) vorgenommen.
Diese erhebliche Stressbelastung für das Pferd, die nicht durch einen Futterwechsel verstärkt werden sollte, führt häufig zu großen Problemen!
Deshalb bieten wir Ihnen unsere Produkte als "Baukastensystem" an, mit dem Sie nur einige Futterelemente austauschen oder ergänzen müssen, um die Ration den neuen Anforderungen anzupassen.
Die Grundversorgung besteht immer aus Raufutter, frischen Wasser und einem Basismüsli.
Im Aufbau der Tagesration sprechen wir bei der Grundversorgung auch von der Grundration, weil sie durch den Austausch von Heu gegen Weidegras ganzjährig gefüttert werden kann.
Der durch die Ration gedeckte Bedarf entspricht einem Pferd, das im Erhalt steht. Darauf baut die Leistungsration auf. Diese wird entsprechend der aktuellen Arbeit, die Ihr Pferd leisten muss, erweitert. Dabei können eine oder mehrere Komponenten aus Mineralfutter, Einzelfuttermittel (Hafer oder Gerste), Zusatzmüsli (Zucht-/Energiemüsli) oder Konzentrate verwendet werden.
Wir empfehlen ganzjährig als Basisration für ein 500kg Pferd pro Tag 1kg Stroh, 1kg Equi-R1 und frisches Wasser zu füttern. Je nach Saison wird diese Ration mit Heu oder Weide gangänzt. Auch beim Weidegang sollte die Basisration gefüttert werden, um Stoffwechselprobleme (z.B. Hufrehe) vorzubeugen.
Eiweiß und Energie haben neben strukturierter Rohfaser in der Ration entscheidenden Einfluss auf den Stoffwechsel. Als grobe Richtlinie kann ein Eiweißbedarf von 1gr je 1kg LM Ihres Pferds (ohne Arbeit) genommen werden.
Dieses Eiweiß wird für die Hormon- und Enzymsynthese im Stoffwechsel, aber auch um Haar und Hufe zu bilden, benötigt. Steht nicht genügend Eiweiß für den Stoffwechsel zur Verfügung, ähnliche "Schadstoff" gebildet werden, wie bei einer Überversorgung.
Beim Weidegang werden von Ihrem Pferd in einer Stunde nur maximal 2kg Gras gefressen. Weidegras besteht aber zu 80% bis 85% aus Wasser und nur zu 2% bis 3% aus Proteinen und bietet daher nur sehr eingeschränkt Spurenelemente oder verwertbare Energie, so dass diese über ein Kraftfutter ergänzt werden müssen.
Als Vorbereitung für die Stoffwechselprozesse (Haarbildung oder Muskelbewegung) dient die Verdauung des Pferds. Wichtiges Element dabei ist strukturierte Rohfaser, von der ein Pferd 3gr bis 4gr je 1kg LM benötigt. Je mehr strukturierte Rohfaser in der Ration enthalten ist, umso länger braucht das Pferd für die Futteraufnahme, so dass das Futter ausreichend eingespeichelt wird.
Darüber wird das Milieu im Magen (Bakterienbarriere) mitbestimmt. Weidegras bietet aber nur etwa 3% (Spätsommer etwas mehr) strukturierte Rohfaser, so dass der Bedarf in den seltensten Fällen bis zur Hälfte gedeckt werden kann. Durch eine Strohgabe kann dieser Bedarf gedeckt werden.